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Was sind abweichende Prüfungsmethoden?

Abweichende Prüfungsmethoden sind 'barrierefreie' Prüfungen für Studierende mit länger andauernder Behinderung.

Welche alternativen Prüfungsmodalitäten können mit Studierenden vereinbart werden? Im Folgenden sind einige Beispiele angeführt:

  • schriftliche statt mündliche Prüfung
    z.B. für Personen mit Sprechbeeinträchtigung

  • mündliche statt schriftliche Prüfung
    z.B. für sehbeeinträchtigte Studierende

  • verlängerte Prüfungszeit bei schriftlichen Prüfungen
    z.B. für grafomotorisch beeinträchtigte Studierende, gehörlose Studierende, Studierende mit Konzentrationsschwierigkeiten

  • Hinzuziehen von Gebärdensprach- oder Schrift-DolmetscherInnen
    für gehörlose bzw. schwerhörige Studierende bei mündlichen Prüfungen

  • Nutzung technischer Hilfsmittel
    z.B. für blinde oder grafomotorisch beeinträchtigte Studierende

  • Prüfung in einem eigenen Raum
    z.B. für Studierende mit Aufmerksamkeitsstörungen oder Phobien

  • andere alternative Leistungsfeststellung
    z.B. eine Arbeit schreiben statt auf eine Exkursion mit zu fahren für mobilitätseingschränkte Studierende
    z.B. eine Arbeit schreiben statt ein Referat zu halten für Studierende mit Sozialphobie
    z.B. ein Referat daheim per Video aufnehmen und in der LV vorspielen für Studierende mit Sozialphobie
    z.B. schriftliche oder mündliche Erbringung von Leistung anstatt Anwesenheit bei prüfungsimmanenten LVs für Studierende mit schubhaft verlaufenden Krankheiten

  • Verlängerung von Abgabefristen
    z.B. für Studierende mit schubhaft verlaufenden Krankheiten

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Wie werden abweichende Prüfungsmethoden vereinbart?

2 Möglichkeiten des Ablaufs:

  1. direkte Übereinkunft LehrendeR und StudentIn
  2. Empfehlungsschreiben der Behindertenbeauftragten

Sie können Studierende an die Behindertenbeauftragte verweisen, die ein Empfehlungsschreiben aufgrund vorliegender fachärztlicher Atteste und einem Gespräch mit dem/der Studierenden verfasst.
Das Empfehlungsschreiben wird vom Studierenden, der Behindertenbeauftragten und dem/der SPL unterzeichnet und gilt für die Dauer der Beeinträchtigung.
 

Direkte Übereinkunft: Was müssen Sie von den Studierenden wissen?

Die Universität Wien und damit auch Sie als LehrendeR brauchen kein Wissen über Krankengeschichten oder Diagnosen. Wichtig ist die Beeinträchtigung oder Behinderung im Studium, die vorliegt. Die medizinische, biologische, psychische,... Ursache dahinter ist nicht relevant.

Sollten Sie dennoch derartige Informationen erhalten, sind Sie zu Verschwiegenheit verpflichtet.

> weitere Informationen zum Datenschutz
> Infoblatt des Büro der Studienpräses und der Behindertenbeauftragten
    (pdf; Juli 2012)

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Zeitlicher Mehraufwand für Lehrende?

Die Studierendenschaft an der Universität Wien in sich ist äußerst heterogen. Unterschiedliche körperliche und geistige Fähigkeiten sind nur ein Diversitätsmerkmal unter vielen. Insofern benötigen die aus Beeinträchtigungen entstehenden Bedürfnisse auch nur einen Teil der Zeit, die Lehrende unter all ihren Studierenden aufteilen müssen.

Daneben haben auch andere Studierendengruppen zeitintensive Bedürfnisse: Z.B. eine Studentin, für welche die LV in einer Fremdsprache stattfindet. Sie wird aus sprachlichen Gründen länger und öfter in der Sprechstunde sein. Ein Student, der größere Probleme mit dem Stoff hat, wird sich öfters an die Tutorin wenden, ebenfalls frequentierter Gast in der Sprechstunde sein oder mehrere E-Mails pro Woche schreiben. Für diejenigen, die bei der Prüfung oder in der Seminararbeit viel Falsches schreiben, müssen Lehrende mehr Zeit für Korrekturen bzw. Kommentare oder Feedback-Gespräche aufwenden. Dasselbe gilt für inhaltliche gute, aber umfangreichere Arbeiten. Auch kann es vorkommen, dass für nur einen übrig gebliebenen Studenten zwei weitere reguläre und ein kommissioneller Prüfungstermin vorbereitet und abgehalten werden muss.

Hier reihen sich Studierende mit Beeinträchtigungen gleichberechtigt ins Zeitbudget ein. Da das Kommunizieren von entsprechenden Bedürfnissen in den meisten Fällen zu Beginn des Semesters geschehen sollte, bleibt genügend Zeit, um in der Gesamtarbeitszeit für eine LV auch z.B. eine um 45 Minuten verlängerte Prüfung für eine Einzelperson mit Beeinträchtigungen miteinzurechnen.

Außerdem stehen Lehrenden in den meisten Fällen die Strukturen ihrer Institute, Fakultäten oder Zentren bzw. sogar TutorInnen oder StudienassistentInnen zur Verfügung.

Rechtlicher Rahmen

Abweichende Prüfungsmethoden sind rechtlich verankert

  • im Universitätsgesetz: UG02 § 59 (1) 12
  • in der Satzung der Universität Wien: §11 Bereich "Studienrecht"

Die zugehörigen Textpassagen finden Sie im Bereich "Rechtliches" dieser Webseite beim Unterpunkt "Prüfungen".

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Weiterführende Links

Behindertenbeauftragte der Universität Wien
Die Behindertenbeauftragte berät Studierende mit physischer oder psychischer Beeinträchtigung in studienorganisatorischen Belangen und steht auch Lehrenden bei Fragen zur Verfügung.
> Kontaktmöglichkeiten
> Informationen zur abweichenden Prüfungsmethode für Studierende

Büro der Studienpräses
...steht für Fragen zum rechtlichen Rahmen zur Verfügung
> Infoblatt an SPLs, SSCs und Lehrende (pdf; Juli 2012)

Center for Teaching and Learning (CTL)
Das CTL der Universität Wien ist ein Projekt an der Universität Wien. Unter anderem hat es ein Lehrenden-Handbuch verfasst, das zum Download bereit steht
> Lehrendenhandbuch (pdf)

Personalentwicklung der Universität Wien
...bietet Kurse und Weiterbildung für MitarbeiterInnen der Universität Wien, darunter auch Curricula für Lehrende, bspw. zum angemessenen Prüfen
> Angebote für Lehrende

Satzung der Universität Wien
...enthält mehrere Teile, darunter einen studienrechtlichen Teil
> Paragraph zur abweichenden Prüfungsmethode

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