Covid-19 ("Corona-Virus"): Beeinträchtigungen für Studierende

Foto Seifenspender

Hände waschen wirkt ganzjährig. (c) Team Barrierefrei

Covid-19 ("Corona-Virus"): Beeinträchtigungen für Studierende

Anlässlich der vermehrten Covid-19-Infektionsfälle hat das Rektorat Maßnahmen wie die Aussetzung der Präsenzlehre und des Prüfungsbetriebs ergriffen und zu bestimmten Verhaltensweisen (Hände waschen, Hygiene) mit Nachdruck aufgerufen.

Diese Veränderungen stellen einerseits die große Menge der Studierenden (und Lehrenden) plötzlich vor Herausforderungen. Sie können sogar für bestimmte Studierende (neue) Barrieren erzeugen.

Andererseits spiegeln die derzeit viel diskutierten Problematiken wider, was für u.a. Studierende mit chronischen Erkrankungen oder aktuen Krankheiten immer schon Alltag war.

Covid-19 erkrankte Studierende

Aktuell

Sollten unter Studierenden der Universität Wien früher oder später Fälle von Infektionen, Quarantäne oder Kinderpflegebedarf auf Grund von Schulschließungen auftreten, können die auch sonst für Studierende mit Beeinträchtigungen bewährten abweichenden Prüfungsmethoden und Adaptierungen eine Lösung sein.

Infektionskrankheiten als Beeinträchtigung für chronisch kranke Personen

Ganzjährig

Aktiv sind Studierende mit chronischer Erkrankung von zusätzlichen Infektionskrankheiten betroffen, wenn:

  • sie selbst durch häufigeres Kranksein fehlen und Abwesenheiten kompensieren müssen
  • sie nicht wissen, dass man im Krankheitsfall entschuldigt fehlen darf, und in schlechtem Gesundheitszustand nicht zur Universität gehen muss

Passiv sind Studierende mit chronischer Erkrankung betroffen, wenn:

  • andere Studierende/Lehrende etc. erkältet/krank an die Universität gehen und sie damit gefährden
  • Keime über Klimaanlagen, Türklinken, Tischflächen, etc. verbreitet werden
  • Personen Hygienemaßnahmen nicht ernsthaft berücksichtigen: sich z.B. nach dem Niesen/Schnäuzen nicht die Hände waschen, oder, statt in den Ellenbogen bzw. in ein Taschentuch zu husten/niesen, dies in die Handfläche zu tun, und danach Türklinken und andere Oberflächen anzufassen

In beiden Fällen gilt: Sowohl bei hohem Risiko als auch im akuten Krankheitsfall sollte niemand zu einer LV oder Prüfung kommen.

Welche Schwierigkeiten können durch Aussetzung der Präsenzlehre auftreten?

Neue Barrieren im "Home-Learning"

Für manche Studierende mit Beeinträchtigungen stellt das vorübergehende "Home-Learning" einen Vorteil dar (z.B. Studierende mit chronischen Erkrankungen). Sie würden auch sonst im Studienalltag von der Nutzung diverser Techniken und Medien profitieren.

Für andere Studierende mit Beeinträchtigung können nun aber Nachteile entstehen, auch wenn in der "Präsenzlehre" keine Barrieren bestanden:

  • Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit: Wer im Hörsaal und in einer Sitzposition mit guter Sicht (zusätzlich) Lippenlesen nutzt, wird bei einem Audio-Podcast oder dem Angebot, mit Lehrenden Telefongespräche zu führen, auf eine Barriere stoßen.
  • Leseschwäche oder Konzentrationsstörungen: Wer mit der Schriftlichkeit Schwierigkeiten hat, kann im Regelbetrieb die mündliche Präsenzlehre als Teilkompensation nutzen. Wenn Vorlesungen, interaktive und Diskussions-Veranstaltungen in rein schriftliche Inhalte und Aufgaben umgewandelt werden, stoßen diese Studierenden auf eine Barriere.
  • Sehbeeinträchtigung/Blindheit: Wo interaktive oder verbal vorgetragene Inhalte verstärkt in schriftliche oder grafische Darstellungen umgewandelt werden, kann - je nach eingesetztem Format - für Studierende mit Sehbeeinträchtigung bzw. Blindheit eine Barriere entstehen.
  • Dies gilt auch für Studierende mit feinmotorischen Schwierigkeiten / Schmerzen in den Händen, wenn hauptsächliche mündlich-interaktive LVen auf schriftliche Beiträge umgestellt werden und plötzlich viel getippt werden muss (Forendiskussion, Chats, etc.).

Wie unterstützen und welche alternativen Leistungen?

Für alle durch Covid-19 beeinträchtigten Zielgruppen können Lehrende auf abweichende Prüfungsmethoden für Studierende mit Beeinträchtigung zurückgreifen.

Studierende, die immer schon abweichende Prüfungsmethoden in Anspruch genommen haben, können dies auch unter den veränderten Prüfungsbedingungen (z.B. bei Online-Prüfungen) tun. Beispielsweise lässt sich eine individuelle Prüfungszeitverlängerung in Moodle realisieren, indem zwei separate Tests angelegt werden, von denen einer einen späteren Endzeitpunkt hat.

Zusätzlich können verschiedene technische Mittel genutzt werden.

Stigmatisierung vermeiden

Hinweis: Manche Personen haben "Erkältungssymptome", sind aber nicht mit einer ansteckenden Krankheit infiziert:

  • Asthma
  • Raucherhusten
  • chronischer Schnupfen
  • Allergien etc.

Weitere Informationen

über die Behörden bzw. das Rektorat